Donnerstag, 16. Januar 2014

Der Geist und seine Funktionen von Gesche Rapten



Zusammenfassung der Einleitung

Nach der buddhistischen Lehre geht der Geist dem Reden und Handeln voraus.
Der Geist ist nicht statisch, er ist ein Kontinuum. In diesem Kontinuum wechseln sich Leid, Glück und neutrale Zustände ab. Nicht nur unser Körper, sondern auch unser Geist ist in einem stetigen Prozess der Veränderung.





Im Buddhismus gibt es vier philosophischen Schulen:
- Zwei Hinayana-Schulen
  - Vaibhaschika Schule
  - Sautrantika Schule
- Zwei Mahayana-Schulen
  - Tschittamatra Schule
  - Madhyamika Schule
Diese vier Schulen sind keine voneinander unabhängigen Systeme, sondern eine weitergehende Entwicklung der Einsicht.
Gemäss der Sautrantika Schule sind äussere Objekte wie auch die selbsterkennende Wahrnehmung real.
Selbsterkennend bedeutet für mich, dass wir Menschen in der Lage sind, uns selbst zu erkennen, sei es im Spiegel, auf einem Foto oder auf einem Video. Wir haben somit ein Selbstbewusstsein.

Konkrete Phänomene sind spezifisch charakterisierte Phänomene
(Phänomene sind Erscheinung, die mit den Sinnen wahrnehmbar sind, nicht bloss durch Worte oder Vorstellungen).
Konkrete Phänomene sind vergängliche Objekte, die einer Veränderung unterliegen. Sie entstehen aus Ursachen und Bedingungen und erzeugen Wirkungen.
Dazu gehören:
- materielle Wesenheiten
- geistige Wesenheiten
- zusammengesetzte Phänomene wie Person, Zeit, Leben
Phänomene sind vergänglich, weil sie zusammengesetzt sind. Alles, was zusammengefügt ist, wird früher oder später wieder auseinander fallen.
Wir Menschen sind aus verschiedenen Molekülen zusammengesetzt, im Laufe unseres Lebens werden wir alt und sterben.
Auch die Zeit ist aus verschiedenen Momenten zusammengesetzt und somit unbeständig. Ohne die Vergangenheit und die Zukunft gäbe es nichts anderes als die Gegenwart. Wenn der gegenwärtige Moment beständig wäre, gäbe es keine Zukunft, weil die Gegenwart ja immer da wäre.

Spezifisch charakterisierte Phänomene sind wahr, da sie für eine gültige, direkte Wahrnehmung und einen letztlich gültigen Geisteszustand wahr sind.
 

Abstrakte Phänomene sind allgemein charakterisierte Phänomene
Es sind nicht konkrete Dinge bspw. der nicht-zusammengesetzte Raum (Fehlen von hinderndem Berührbarem).
Raum ist das nicht Ausgefüllte. Einerseits als der unendliche Raum des Universum, eine in Länge, Breite und Höhe nicht fest eingegrenzte Ausdehnung. Andererseits als Raum zwischen Gegenständen und somit eine in Länge, Breite und Höhe fest eingegrenzte Ausdehnung.
Abstrakte Phänomene  sind konventionelle Wahrheiten, da sie für eine Vorstellung, einen konventionellen, getäuschten Geisteszustand wahr sind.
In welche der zwei Kategorien ein Objekt eingeteilt wird, entscheidet der erfassende Geist.

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