Dienstag, 14. Januar 2014

Das dreigeteilte Gehirn

Im Laufe der Evolution entwickelte sich das Gehirn vom Reptilienhirn bis zum heutigen menschlichen Gehirn. Im Laufe von Millionen von Jahren wurde das Gehirn immer grösser. Die älteste Schicht – das Stammhirn – ähnelt noch immer sehr dem Gehirn der Reptilien. Dieser Abschnitt des Gehirns dient der Lebenserhaltung. Hier werden im vegetativen Nervensystem automatisch ablaufende Funktionen wie Atmung, Herz-Kreislauftätigkeit und Stoffwechsel (Hunger, Durst, Verdauung) reguliert. Unser Reptiliengehirn kontrolliert auch die sogenannten Kampf- oder Flucht-Mechanismen. Ein System, das uns zwingt, jede unerwartete Situation erst einmal als mögliche Bedrohung einzustufen, um unser Überleben zu sichern. 
Foto: bildungswege.de
Über dem Stammhirn befindet sich das Limbische System, in welchem die Emotionen gesteuert werden. Dank dieses Systems vermögen wir zudem die Absicht anderer anhand ihrer Körperhaltung und ihrem Gesichtsausdruck abzulesen. Wir sind fähig, uns den Umständen anzupassen, was die Basis für Lernen und Sich-Erinnern bildet.
Das limbische System besteht aus verschiedenen Strukturen:

Foto: sine.ni.com
Der Hyppocampus spielt beim Schaffen neuer Erinnerungen eine wesentliche Rolle. Er liefert den räumlichen, intellektuellen und verbalen Zusammenhang von Erlebtem. Menschen, welche in dieser Hirnregion physisch Schaden genommen haben, haben grosse Mühe mit dem Erzeugen neuer Erinnerungen. Auch bei der Alzheimer-Erkrankung ist diese Region betroffen.
Foto: ucl.ac.uk
Die Amygdala ist für unsere Fähigkeit, Emotionen zu fühlen,  entscheidend. Eine Beschädigung der Amygdala führt zu einem Verlust von emotionalen Reaktionen. Der Patient ist dann nicht mehr in der Lage, soziale Beziehungen einzugehen.
Foto: kinesiologie.ch
Der Hypothalamus setzt indirekt Hormone über das Nebennierenmark (bspw. Adrenalin) frei und verleiht unseren Emotionen Macht. Bei einem Ereignis, welches eine starke biologische Reaktion in unserem Körper verursacht, schickt der Hypothalamus Signale zum Stammhirn, wo dann dieses Ereignis als persönliche Erfahrung (positiv oder negativ) wie ein Muster gespeichert wird. Solche Erinnerungen sind sehr machtvoll. Bei nur minimaler Ähnlichkeit mit dem ursprünglichen Ereignis kann dieses gespeicherte Muster wieder ausgelöst werden. Dieses „Musterabrufen“ ist in lebensbedrohenden Situationen sehr nützlich. Doch es kann unsere Wahrnehmung gewöhnlicher Ereignisse verzerren.
Foto: medicallibrary.com
Die jüngste Schicht unseres Gehirns bildet der Neokortex. Dank ihm sind wir in der Lage, logisch zu denken, Vorstellungen zu entwickeln, zu Planen und unsere emotionalen Reaktionen feiner abzustimmen. Dem Neokortex verdanken wir unsere Sprache, das Schreiben, Mathematik und aller Arten von Kunst. Hier ist der Sitz unserer rationalen Fähigkeiten, welche wir zum Analysieren, Urteilen, zur Impulskontrolle und dem Lösen von Problemen benötigen.

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