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Sonntag, 2. Februar 2014

Selbst gesteuerte Neuroplastizität

Das Gehirn ist das Königsorgan in unserem Körper. Es ist die Quelle für Freude, psychisches und spirituelles Wachstum, Kreativität und Erfolg. Ob wir uns gereizt oder unbeschwert, frustriert oder fröhlich, einsam oder geliebt fühlen, hängt von unserem neuronalen Netzwerk ab.
Die Neuroplastizität des Gehirns gibt uns die Möglichkeit, unser Gehirn zum Besseren zu verändern. Jeffrey Schwartz, ein US-amerikanischer Psychiater und Forscher auf dem Gebiet der Neuroplastiziät  bezeichnet diese Fähigkeit als selbstgesteuerte Neuroplastizität. Wenn wir diese Möglichkeit nicht nutzen, überlassen wir dies anderen Kräften.
Foto:badische-zeitung.de




Im Wesentlichen geht es darum, positive Alltagserfahrungen in unseren neuronale Strukturen umzusetzen. Das heisst, bestimmte Befindlichkeiten zu aktivieren und diese als neuronale Merkmale zu „installieren“. Aus diese Weise können wir Step by Step, Synapse um Synapse mehr Glück und Zufriedenheit in unser Gehirn „einpflanzen“. Indem wir das Tun, überwinden wir die negative Verzerrung, denn aus negativen Erfahrungen lernt unser Gehirn leider viel leichter als aus positiven.

Samstag, 1. Februar 2014

Unser Gehirn, ein lernendes Organ

Foto: neuro-programmer.de

Das Gehirn ist ein lernendes Organ und genau dafür wurde es geschaffen. Es verändert sich tagtäglich durch unsere persönlichen Erfahrungen. Alles, was wir wiederholt aufnehmen, fühlen und denken verändert unsere neuronalen Strukturen in unserem Gehirn. Aktive Synapsen werden sensibler, neue Synapsen bilden sich und alle was nicht aktiv ist, verkümmert auch im Hirn.
Die meisten Dinge, welche wir während des Tages aufnehmen, fühlen oder denken, streichen einfach durch unser Gehirn wie der Wind durch ein Gebüsch und hinterlassen keinen neuronalen Abdruck. 
Foto: neuro-programmer.de



Alles, was wir jedoch intensiv wahrnehmen und wiederholt Aktivität im Gehirn auslöst, hat hingegen einen prägenden Einfluss auf unsere neuronalen Strukturen. Das bedeutet, dass sich Neuronen, welche gleichzeitig aktiv sind, durch Synapsen miteinander verbinden. So werden wiederholte Situationen zu neuronalen Netzwerken (Neurons that fire together, wire together). Unsere Psyche beeinflusst dadurch unser Gehirn, Tag für Tag. Es sind also unsere wiederholten Erfahrungen, die zählen, denn sie hinterlassen Spuren im Gehirn mit all ihren Vor- und Nachteilen.  

Ein Geist, der sich den ganzen Tag über immer wieder mit übertriebener Selbstkritik, Kränkungen und Sorgen befasst, entwickelt ein Gehirn, welches anfällig ist auf Ängste, Niedergeschlagenheit, Frustration, Wut und Trauer. Jemand der sich aber auf das Gute besinnt, was der Tag ihm beschert, wie bspw. dass er ein Dach über dem Kopf und zu essen hat, Stolz ist auf seine geleistete Arbeit ist, zeitweise in angenehmen Gefühle schwelgt, wird mit einer positiven Grundstimmung, einem gesunden Selbstwertgefühl sowie einer realistisch-optimistischen Sichtweise belohnt.

Worauf wir also unsere Aufmerksamkeit richten, womit sich unser Geist beschäftigt, sind die wichtigsten Faktoren, um unser Gehirn positiven umzugestalten. Natürlich gibt es immer wieder Schmerzen, Sorgen und Probleme, doch wir haben einen erheblichen Einfluss darauf, womit sich unser Geist beschäftigt. Letztlich bedeutet das, dass wir unsere Erfahrungen, die unser Gehirn positiv beeinflussen bewusst ausdehnen, ja sogar selbst erschaffen können.

Dienstag, 14. Januar 2014

Das dreigeteilte Gehirn

Im Laufe der Evolution entwickelte sich das Gehirn vom Reptilienhirn bis zum heutigen menschlichen Gehirn. Im Laufe von Millionen von Jahren wurde das Gehirn immer grösser. Die älteste Schicht – das Stammhirn – ähnelt noch immer sehr dem Gehirn der Reptilien. Dieser Abschnitt des Gehirns dient der Lebenserhaltung. Hier werden im vegetativen Nervensystem automatisch ablaufende Funktionen wie Atmung, Herz-Kreislauftätigkeit und Stoffwechsel (Hunger, Durst, Verdauung) reguliert. Unser Reptiliengehirn kontrolliert auch die sogenannten Kampf- oder Flucht-Mechanismen. Ein System, das uns zwingt, jede unerwartete Situation erst einmal als mögliche Bedrohung einzustufen, um unser Überleben zu sichern. 
Foto: bildungswege.de
Über dem Stammhirn befindet sich das Limbische System, in welchem die Emotionen gesteuert werden. Dank dieses Systems vermögen wir zudem die Absicht anderer anhand ihrer Körperhaltung und ihrem Gesichtsausdruck abzulesen. Wir sind fähig, uns den Umständen anzupassen, was die Basis für Lernen und Sich-Erinnern bildet.
Das limbische System besteht aus verschiedenen Strukturen:

Foto: sine.ni.com
Der Hyppocampus spielt beim Schaffen neuer Erinnerungen eine wesentliche Rolle. Er liefert den räumlichen, intellektuellen und verbalen Zusammenhang von Erlebtem. Menschen, welche in dieser Hirnregion physisch Schaden genommen haben, haben grosse Mühe mit dem Erzeugen neuer Erinnerungen. Auch bei der Alzheimer-Erkrankung ist diese Region betroffen.
Foto: ucl.ac.uk
Die Amygdala ist für unsere Fähigkeit, Emotionen zu fühlen,  entscheidend. Eine Beschädigung der Amygdala führt zu einem Verlust von emotionalen Reaktionen. Der Patient ist dann nicht mehr in der Lage, soziale Beziehungen einzugehen.
Foto: kinesiologie.ch
Der Hypothalamus setzt indirekt Hormone über das Nebennierenmark (bspw. Adrenalin) frei und verleiht unseren Emotionen Macht. Bei einem Ereignis, welches eine starke biologische Reaktion in unserem Körper verursacht, schickt der Hypothalamus Signale zum Stammhirn, wo dann dieses Ereignis als persönliche Erfahrung (positiv oder negativ) wie ein Muster gespeichert wird. Solche Erinnerungen sind sehr machtvoll. Bei nur minimaler Ähnlichkeit mit dem ursprünglichen Ereignis kann dieses gespeicherte Muster wieder ausgelöst werden. Dieses „Musterabrufen“ ist in lebensbedrohenden Situationen sehr nützlich. Doch es kann unsere Wahrnehmung gewöhnlicher Ereignisse verzerren.
Foto: medicallibrary.com
Die jüngste Schicht unseres Gehirns bildet der Neokortex. Dank ihm sind wir in der Lage, logisch zu denken, Vorstellungen zu entwickeln, zu Planen und unsere emotionalen Reaktionen feiner abzustimmen. Dem Neokortex verdanken wir unsere Sprache, das Schreiben, Mathematik und aller Arten von Kunst. Hier ist der Sitz unserer rationalen Fähigkeiten, welche wir zum Analysieren, Urteilen, zur Impulskontrolle und dem Lösen von Problemen benötigen.